Schröpfen.jpgDas Schröpfen, oder auf Englisch „cupping“, ist eigentlich eine uralte Reiztherapie, die bereits von vielen Kulturen angewandt wurde. Hierfür saugen sich kleine Gefäße, meist aus Glas oder, in seltenen Fällen, aus Plastik mit Unterdruck auf der Haut fest. Um den nötigen Druck zu erzeugen, werden die Schröpfköpfe erhitzt und durch das entfernen der Watte an der Haut festgesetzt. Heutzutage gibt es auch moderne Pumpvorrichtungen, durch die die Luft im Inneren einfach herausgezogen werden kann.

Was ist Schröpfen genau?

Sicherlich kommt dir diese Definition ein wenig seltsam vor, doch diese alte Therapiemethode hat sich bereits seit vielen Jahrtausenden bewährt! Wichtig ist, dass vor der Behandlung die Haut gründlich abgetastet wird, um die optimale Schröpfstelle zu finden. Die meisten Stellen befinden sich dabei auf dem Rücken. Durch den nun entstehenden Unterdruck wird die Oberhaut angesaugt und angehoben. Je nach Intensität und Ursache des Problems variiert die Zeit meist zwischen 10 und 15 Minuten. Nach der Behandlung bleiben Blutergüsse zurück. Diese fallen je nach Intensität und Länge der Behandlung unterschiedlich dunkel aus. Diese können mehrere Stunden oder Tage sichtbar sein, sind jedoch unbedenklich und aus therapeutischer Sicht sogar gewollt.

Wichtig: Lasse dich unbedingt nur von einem erfahrenen Arzt oder Naturheilpraktiker behandeln! Bei unsachgemäßer Anwendung kann es sein, dass sich die Symptome noch verschlimmern!

Die verschiedenen Verfahren des Schröpfens

Das trockene Schröpfen

Beim trockenen Schröpfen werden dir die Gefäße mittels Unterdruck an den richtigen Stellen befestigt. So wird deine Durchblutung, besonders an dieser Stelle, stark angeregt und eine leichte, unbedenkliche lokale Entzündung erzeugt. Diese ist sehr wichtig, da so der Stoffwechsel angeregt wird und dein Köper anfängt aktiv gegen die Entzündung zu kämpfen. Nach ca. 10-15 Minuten werden die Schröpfköpfe wieder abgelöst, falls Sie sich nicht schon von selbst gelöst haben. Zurück bleiben Blutergüsse, die jedoch absolut unbedenklich sind.

Diese Art des Schröpfens wird vor allem bei chronischen Krankheiten angewandt.

Das blutige Schröpfen

Vor dem blutigen Schröpfen ritzt oder stichelt der erfahrende Heilpraktiker deine Haut ganz leicht mit einer dünnen Nadel an. Wenn nun die Gefäße auf deiner Haut platziert werden, tritt etwas Blut aus und sammelt sich in den Schröpfköpfen. Auch hier werden die Gefäße nach ca. 10-15 Minuten, je nach Blutmenge abgenommen.

Dieses Verfahren eignet sich besonders, um Schadstoffe auszuleiten. Auch die Fließeigenschaft des Blutes und der Lymphen soll gefördert werden. Besonders hier ist es wichtig, dass die Behandlung von einem erfahrenen und seriösen Heilpraktiker oder Arzt durchgeführt wird!

Die Schröpfmassage

Der Schröpfmassage liegt das trockene Schröpfen zugrunde, jedoch wird dein Rücken vor der Behandlung mit einem Öl oder einer Salbe eingerieben. Nun werden die Gefäße befestigt und mit kräftigen Bewegungen links und rechts der Wirbelsäule hin und her bewegt. So entsteht neben dem Schröpfeffekt selbst auch ein schöner Massageeffekt.

Wirkung des Schröpfens

In erster Linie soll beim Schröpfen deine Durchblutung, vor allem im Bindegewebe angeregt werden. Aus diesem Grund ist das Schröpfen auch besonders gut als Behandlungsmethode bei Cellulite oder Orangenhaut geeignet. Neben der Durchblutung wird beim Schröpfen auch der Lymphstrom aktiviert, sodass Stoffwechselprozesse besser und schneller ablaufen können. Auf diese Weise sollen Verspannungen und Blockaden gelöst werden. Diese sind häufige Auslöser für Rückenschmerzen oder einen Hexenschuss, denen dank des Schröpfens Linderung verschaffen werden kann. Auch Kopf- und Nervenschmerzen sollen, neben chronischen Krankheiten, wie Migräne, entgegengewirkt werden.

Beim blutigen Schröpfen wird zusätzlich Blut ausgeleitet, wodurch auch schädliche und krankmachende Stoffe aus dem Körper entfernt werden sollen. Zu diesem Zwecke wird das Schröpfen bereits seit Jahrtausenden angewandt. Zudem sollen die verschiedenen Bereiche des Köpers mit den inneren Organen verbunden sein, sodass beim Schröpfen in verschiedenen Zonen auch ein positiver Effekt auf unterschiedliche Organe erzielt werden kann.

Wichtig: Das Schröpfen dient immer nur als Teilbehandlung ist keines Wegs eine vollwertige Heilmethode!

Nebenwirklungen des Schröpfens

Generell gilt das Schröpfen als sehr nebenwirkungsarm. Bei einer professionellen und sachgemäßen Durchführung sind eigentlich keine negativen Auswirkungen zu befürchten. Selbstverständlich bleiben in den meisten Fällen Blutergüsse zurück, die sehr unterschiedliche Intensitäten haben und unterschiedlich lange bleiben können. Diese sind jedoch aus therapeutischer Sicht gewollt und ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Außerdem verschwinden diese meist nach einigen Stunden oder Tagen wieder.

Während der Behandlung kann es zu unterschiedlich starken Schmerzen kommen. Das gilt vor allem für das blutige Schröpfen. Bei unsachgemäßer Anwendung der Therapie kann es bei der blutigen Variante zu Infektionen kommen. Daher sollte der Rücken vor und nach der Behandlung gründlich desinfiziert und beobachtet werden. Es ist besonders wichtig sich bei einem seriösen Profi behandeln zu lassen, denn beim blutigen Schröpfen besteht sonst die Gefahr der Narbenbildung. Nach der Behandlung solltest du unbedingt auf deinen Kreislauf achten, denn häufig kommt es zu kurzzeiteigen Kreislaufschwächen.

Lasse dich dadurch aber nicht entmutigen. Wenn du dir nicht sicher bist kannst du sicherlich einen Arzt oder Heilpraktiker deines Vertrauens fragen, ob diese Reiztherapie für dich und einen Körper geeignet ist.

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